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BARF, Empfehlung, Ernährung, Fütterung, Hundenahrung

Ab jetzt wird gebarft!

Statt dem altbewährten Trocken- und Nassfutter kommt als Hauptmahlzeit jetzt nur noch Rohkost in den Napf!

Eigentlich will ich ja schon barfen, seit ich das erste Mal davon gehört habe. Es erschien mir aber erst mal viel zu kompliziert und ich sah die Gefahr, meine Hunde mit dieser Ernährung völlig unter- oder überzuversorgen. Außerdem dachte ich, man muss 1001 komplizierte Zusatzstoffe hinzufügen, alles minutiös abwiegen, ein riesengroßes Gefrierfach besitzen und täglich dafür in der Küche stehen.

Das Schnüffelmobil

Doch dann lernte ich das Schnüffelmobil kennen. Als ich das erste Mal in den Barf Shop des Inhabers Christian Gleinig in Lohmar kam, war ich direkt begeistert. Ich entdeckte die Möglichkeit des „Fertigbarf“. Christian beantwortete alle meine Fragen ganz genau und ich hatte plötzlich dieses „Das ist es!“ Gefühl. Kennt ihr das, wenn man sich als Kunde so richtig ernst genommen und wohl, statt in die Enge gedrängt und überredet fühlt? Genau dieses Gefühl hat mir das Schnüffelmobil vermittelt. Denn Christian macht einem keine Vorwürfe, versucht einen nicht zu überreden oder mittels nahezu moralischer Erpressung zum Kauf seiner Produkte zu verführen. All das hatte ich nämlich zuvor im Kopf, wenn ich an „Barf Verkäufer“ dachte. Im Zweifel hat er nämlich auch hochwertige Nass- und Trockenfutter im Sortiment.

Natürlich erzählte er mir, dass roh zu füttern die artgerechteste Ernährung für Hunde ist – denn das stimmt ja auch! Noch eins oben drauf zu setzen und das Futter mit diversen Zusätzen möglichst genau auf das einzelne Individuum abzustimmen, das wäre dann der nächste Schritt – unbedingt nötig ist es allerdings nicht. Aber auch das macht das Sortiment des Schnüffelmobils möglich!

Kleiner Hund wartet vor seinem Futternapf, gefüllt mit Rohfutter, auf die Freigabe zum fressen.

Die Vorteile

Für mich ist es ideal, dass ich zum Einstieg und Kennenlernen ein Fertigmenü verfüttern kann. Da ist soweit erst mal alles drin, was Hund so braucht. Natürlich werde ich mich zukünftig immer mehr mit den möglichen Zusätzen beschäftigen und das ganze perfektionieren. Keiner meiner Hunde leidet an Allergien, gesundheitlichen Problemen o.ä.: daher muss ich mich dahingehend erst mal nicht sorgen. Ich entschied mich also für das Produkt des Mucher Familienbetriebs „HappyPets“. Da Bonnie und Lasse recht klein sind und zusammen nur 11kg wiegen, spare ich nun sogar einiges an Geld. Beim Barfen bekommt ein Hund nämlich insgesamt etwa 2% seines Körpergewichts zu fressen.

Doch auch, wenn es für die „Schwergewichte“ etwas teurer wird als das bisherige Industriefutter, ist der Mehrwert nicht vom Tisch zu weisen. Außerdem wird ingesamt viel weniger getrunken, seltener und fester gekotet und das Fell fängt richtig an zu glänzen. Wer ganz sicher gehen und on top noch etwas schwarz auf weiß sehen will, lässt sich beim Tierarzt ein vorher/nachher Blutbild anfertigen.

Zur Krönung gibt es als Nachtisch dann noch jeweils ein „Cheese Puffie“ der Firma „QCHEFS“ – die hat das Schnüffelmobil nämlich auch im Sortiment und sie sollen eine wahre Wunderwaffe gegen Zahnstein sein.

So oder so, den Hunden schmeckt es!

Kleiner Hund frisst gierig BARF.


Die Hintergrundstory

Meine Hündin Bonnie bekam von Geburt an als Hauptmahlzeit ausschließlich Trockenfutter in jeglicher Couleur in den Napf. So richtig glücklich war sie damit allerdings augenscheinlich nie. Das Futter stand herum und wurde nur dann gefressen, wenn es wirklich nötig zu sein schien. Teilweise wurde es sogar ganz verweigert. Die Hersteller nutzen mehr oder weniger Lebensmittelzusatzstoffe, die Bonnies Interesse am Trockenfutter dadurch jeweils länger oder kürzer aufrecht erhielten. Je nachdem war sie, immer im Wechsel, eher zu dünn oder zu rund. Gekotet wurde unzählige Male am Tag, Durchfall und Erbrechen war dabei keine Seltenheit.

Mit der Zeit lernte ich die Inhaltsstoffe des Futters zu lesen und informierte mich immer weiter über die Herstellung und co.. Auch kaltgepresstes Futter habe ich ausprobiert, ohne eine Veränderung. Als ich dann zeitweise in einer Hundetagesstätte arbeitete und dort beinahe alle Hunde zum Mittagessen Nassfutter bekamen, änderte sich meine Sichtweise erstmals. Bonnie tat mir regelrecht Leid, denn sie musste mit ansehen, wie alle Hunde dieses schmackhafte Futter bekamen, während sie auf ihrem „trocken Brot“ sitzen blieb.

So kam ich also zum Nassfutter. Die Ausprobiererei ging von vorne los. Auch hier gab es verschiedenste Gründe immer mal wieder den Hersteller zu wechseln. Geruch, Konsistenz, offline Verfügbarkeit, Bequemlichkeit und natürlich die Annahme des Futters seitens des Hundes. Ich bin bei weitem kein Hundehalter, der direkt das Futter wechselt, nur weil es Hundi heute mal nicht schmeckt. Außerdem bedeutet jede Futterumstellung erst mal Stress für den Hund und sollte daher gut durchdacht sein. Bonnie war inzwischen 5 Jahre alt und durfte sich folgend rund 2 Jahre durch diverse Nassfutter probieren. Es schmeckte ihr ausnahmslos alles. Die Freude war groß, manchmal sogar zu groß. Futter permanent zur Verfügung zu stellen kommt für mich ohnehin nicht mehr in Frage, jedoch wäre es beim Nassfutter auch keine Option gewesen (außer ich hätte ausprobieren wollen, ob mein Hund platzen kann). Wieso habe ich meine Meinung nun nochmals geändert? Warum blieb ich nicht beim Nassfutter?

Prioritäten

Jeder setzt seine Prioritäten anders. In meinem Fall sind das folgende Punkte:

  1. Qualität
  2. Verfügbarkeit
  3. Aufwand

Die Qualität von Industriefutter hängt stark davon ab, welchen Hersteller man wählt. Von der Herkunft des Fleisches, über die Zusammensetzung des Inhalts, bis hin zu einem der für mich wichtigsten Punkte: der Haltbarmachung. Denn im Grunde, wenn man ehrlich ist, wird alles bis zum geht nicht mehr gekocht, gedämpft, extrudiert – was auch immer. Es werden Unmengen von Vitaminen dazugegeben, die während des Herstellungsprozesses wieder flöten gehen, um dann nochmal Vitamine hinzuzufügen, wieder viel zu viel, so dass man auch noch trotz Lagerung und co. am Ende garantieren kann, dass alle Vitamine ausreichend vorhanden sind.

GOOD TO KNOW
In Deutschland darf kein Tier zum alleinigen Verzehr für Haustiere gezüchtet und geschlachtet werden. Das heißt: egal ob Nass-, Trocken-, oder Rohfutter – wir ernähren unsere Hunde mit den Resten der Lebensmittelindustrie. Und das ist auch gut so!

Was für ein Irrsinn! Und da gibt es natürlich noch viel mehr zu sagen, aber das würde jetzt zu weit führen. Eins haben sie alle gemeinsam: sie müssen ihr Futter gesetzeskonform herstellen und das in die Tüte/Dose bringen, was sie deklarieren. Das hat dann zur Folge, dass nicht nur extrem viele Ressourcen verschwendet werden, sondern am Ende (aus meiner Sicht) auch die Qualität leidet.

Die Verfügbarkeit, vor allem offline, ist mir ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Ich möchte vermeiden, dass irgendetwas für mich durch ganz Deutschland gekarrt wird und außerdem lokale Unternehmen unterstützen. Leider muss ich sagen, dass das Futter, welches man in Supermärkten und den allgemein bekannten Zoofachgeschäften kaufen kann, sich eher im untersten Qualitätsbereich befindet. Dass ich nun einen tollen Barf Shop gefunden habe, der Fertigmenüs im Sortiment hat und für mich auch noch persönlich erreichbar ist, gleicht einem absoluten Glücksgriff. Und sollte ich aus irgendwelchen Gründen doch mal verhindert sein, wird mir das Futter tatsächlich auch bis vor die Haustür geliefert. Selbst wenn mir mal das Futter im Urlaub in Dänemark, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Luxemburg, den Niederlande, Belgien oder Österreich ausgehen sollte, bekäme ich es geliefert. Für die Kunden des Schnüffelmobils ist das in jedem Fall ein nennenswerter Mehrwert!

Der Aufwand bei Nass- und Trockenfutter scheint gering: Sack oder Dose auf, ab in den Napf und fertig. Ich muss sagen, dass mir Trockenfutter in dieser Hinsicht immer sehr zugesagt hat und das auch der Grund dafür war, dass ich so lange dabei geblieben bin. Nassfutter empfand ich da schon als unangenehmer. Es produziert nicht nur mehr Müll, sondern macht auch mehr Dreck im Haushalt. Da es für mich aber auf jeden Fall die bessere Variante im Vergleich zum Trockenfutter war, konnte ich mich gerade so damit arrangieren. Und was soll ich sagen? Die Rohfutterernährung mit den Fertigbarf Würsten von „HappyPets“ ist unerwarteterweise die angenehmste Fütterung, die ich mir vorstellen kann.

Hast du jetzt auch Lust bekommen zu barfen? Mehr zum Thema findest du auf der Homepage des Schnüffelmobils!

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Nachruf

Mach’s gut, Mihal!

Obwohl ich es schon seit mehr als vier Monaten wusste, kam die Nachricht, dass Mihal am 01.02.2019 um 12:45 diese Welt verlassen hat, natürlich völlig unerwartet. Ich kannte ihn nun schon beinahe 3 Jahre und hatte ihn in dieser Zeit wahnsinnig in mein Herz geschlossen. Er war etwas ganz besonderes. Seine Mimik, seine ganze Körpersprache: er hatte einen ganz eigenen Ausdruck, den ich erst lesen lernen musste. Typisch Windhund, könnte man sagen. Er war ein Mischling aus Galgo und Podenco. Ein passionierter Jäger. Bei Katzen und Eichhörnchen berühmt-berüchtigt. Seine Leidenschaft galt vor allem aber auch dem Fressen. Draußen lenkte er seine Aufmerksamkeit oft auf die schmackhaften Walnüsse, die überall auf der Straße verteilt lagen. Ich durfte ihn auf einem Teil seines Weges begleiten – und er mich auf einem Teil meines. Seine Besitzerin rettete ihn aus schrecklichen Verhältnissen, denn er lebte die ersten vier Jahre seines Lebens an einer Eisenkette, um einen spanischen Schrottplatz zu bewachen. Doch dann fand er seinen Platz, seinen Frieden. Und so verbrachte er ein behütetes Leben, bis er letztlich mit 11 Jahren die Augen für immer schloss.

Puschel, du bleibst unvergessen.